Bob

Hilfe. Ich habe mich selbst strukturiert.

Das Strukturieren von Menschen ohne Not ist aus unserer Sicht immer schon problematisch gewesen. Es ist völlig ok, wenn Menschen nach Skiunfällen restrukturiert werden. Wenn der Bausatz ihres Stützapparats wiederhergestellt wird.

Einen gewissen Beigeschmack bekommt es, wenn – mithilfe chirurgischer Eingriffe – in die natürliche Oberflächenstruktur von Menschen eingegriffen wird. Hat hier jemand Brustvergrößerung gesagt? Aber wir lassen ja mit uns reden. Unter gewissen Bedingungen mag auch das seinen Sinn haben.

Eine gedankliche Strukturierung jedoch lehnen wir entschieden ab. Gedanken sind frei und müssen meandrieren dürfen. Hat jemand schon mal über die Gefahren von Selbststrukturierung nachgedacht? Ich sehe Horrorfilme von strukturiert herumlaufenden Einkaufszettel-Zombies. Nein, wir müssen uns dieser Entwicklung entgegenstellen!

Stullenfrau

printya. Geburt eines widerwilligen Monsters

Griaß Eich die Madln, Servas die Buam!

Da hat man schon das Kreuz mit den elenden Diplomarbeiten, Doktorarbeiten und Maturaarbeiten und dann gibt es jetzt auch noch printya. Hmm. Wozu soll das gut sein?

Wir sagen, es gibt einfach zu wenig Lob da draußen für das, was Du gerade im Begriff zu vollbringen stehst. Mit Ausdauer, ohne in den Arsch getreten zu bekommen, stetig, immer nah am Absturz auf den bodenlosen Tiefseefrustboden hast Du mit dem Erstellen Deiner Arbeit Deine persönliche Mondlandung hingelegt. Dafür gebührt Dir mehr als ein schnöder Stullenbiss!

Da Deine Umwelt aber so sehr mit sich selbst beschäftigt ist – beispielsweise mit Kilos, die es zu verlieren, mit Projekten, die es mit Inhalt zu füllen gilt oder mit Liebschaften, die gründlich gegen die Wand gefahren werden müssen – resoniert Deine Leistung schal wie ein Pups bei Windstärke 10 oder eine Mondlandung ohne internationales Fernsehen. Selbst die heroischste aller Taten fällt einem Übermaß an Ignoranz anheim. So schaut’s aus!

Ohne weiter herumreden zu wollen, halten wir in diesem Moment eines für immer fest (und wir lassen uns gerne in 170 Jahren zitieren): printya ist ein Lob-Einforderungs-Tool der Extraklasse. Es ist das beste seiner Art weltweit. Nichts weniger und schon gar nicht weniger. printya ist famos. Basta.

P.S. Wir legen printya nun staffelstabförmig in Deine Hände, lasten Dir die Verantwortung für das Gedeihen unseres Babies einfachheitshalber an und stehlen uns somit aus der Verantwortung. An Dir soll es liegen!

Headray

Der unheimliche Dr. Braindrain und ich kann auch anders.

Ein Blick auf die diplomierende Grundgesamtheit verrät: 78% Prokrastinierer, 12% elende Perfektionisti und noch ein paar zerquetschte Ausserirdische, die glauben, das Raum-Zeit Kontinuum aushebeln zu können, um dann feststellen zu müssen, dass diese Fähigkeit nur auf Raumschiffen ausgeübt werden kann: Warum ist es so, dass fast jeder seine Arbeit am allerletzten Drücker fertigstellt?

Mein Freund Paul sagt: “Ich brauch einfach den Druck!” Er lechzt nach dem Kick, den der Druck macht. Er ist ein elender Druck-Junkie, der vielleicht einfach nur nicht auf die Idee gekommen ist, Freeclimbing zu betreiben. Naja, er ist auch zu fett für Freeclimbing. Er wäre bestenfalls gut darin, mit Felswänden zu kuscheln.

Emma, meine Kommilitonin hat das einmal so erklärt: “Egal, wie früh ich beginne, ich arbeite immer bis zur letzten Minute. Es ist zwanghaft. Ich denke immer, es geht noch besser. Deshalb fange ich den Job lieber etwas später an.” Nebenbei bemerkt, Emma hatte immer nur herausragende Noten.

Ich tröste mich damit, dass Paul und Emma im Vergleich zu mir im Berufsleben abfallen werden. Paul wird über seine Fehler stolpern und Emma an ihren hohen Ansprüchen zerbrechen. Ich, hingegen bringe die besten Voraussetzungen mit. Ich bin einfach nur faul. Und zur Not kann ich auch anders.